Dein Ostseeweg
24H - 100KM
Deutschland

15.09.2018

Bad Doberan - Rostock - Hohe Düne - Warnemünde -  Kühlungsborn - Bad Doberan
Am Vortag reiste ich mit dem Auto zur Ostsee nach Bad Doberan. Eine sehr nette Unterkunft, die Villa Sommer, direkt an der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli, wartete auf mich. Ich verbrachte den Nachmittag und Abend in Rostock, die Hansestadt bietet viele Sehenswürdigkeiten und ausgezeichnete Fischrestaurants.
Nach einem ausgiebigen Frühstück holte ich mir die Startunterlagen und verbrachte noch einige Zeit im Park, wo es um 17:00 Uhr los ging.
Hier lernte ich Gudrun und Stephan kennen, wir sind auch heute noch im Kontakt. Stephan ist ein unglaublicher Sportsmann, der fast monatlich solche Veranstaltungen meistert. 
Mit motivierendem Sound von Scooter geht es auch schon los! Die ersten Kilometer waren gemeistert und ich freute mich auf jedes Schild nach 10 km mit aufmunternden Sprüchen. Die Veranstalter leisteten großartige Arbeit. Die Verpflegung war top, die Markierung perfekt, ich war wirklich begeistert von dieser Organisation! Alle 20 km gab es eine Raststation mit Kaffee/Tee/Brötchen/Suppe und Süßigkeiten. Da es mir sehr gut ging, ließ ich die erste Station aus und marschierte immer weiter. Es wurde Abend und ich erreichte Rostock, da ich wie beschrieben, am Vortag die Stadt besichtigte, hatte ich mit der Orientierung keine Probleme. 
Nachdem ich wieder einige Kilometer hinter mich gebracht habe, passierte es. Meine Stirnlampe fiel zu Boden und war auf der Stelle tot, alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos und so musste ich die restliche Nacht ohne Licht auskommen. Teilweise half mir der Mond oder ich verfolgte unauffällig andere Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer. 
Bei der Hohen Düne, bevor ich die Fähre zum übersetzen nahm, stärkte ich mich bei einem Versorgungszustand, wo leider für viele schon Schluss war. Es ist nun ziemlich kalt und feucht geworden, zum Gluck hatte ich Handschuhe und eine Mütze dabei. Nun wurde es skurril, vorbei an einigen Hotels und Diskotheken, sah ich die Menschen abfeiern und tanzen und dachte mir, wie verrückt bist du eigentlich! Nichts desto trotz marschierte ich weiter und lies die Partygesellschaft zurück. Es folgte ein ziemlich langer und beschwerlicher Sandweg, doch das Rauschen des Meeres beflügelte mich. Am Lagerfeuer bei der nächsten Station merkte ich, dass nun auch mein Handy auf Grund der Feuchtigkeit den Geist aufgegeben hat.  Ich wickelte es in ein Handtuch und ging einfach immer weiter und da war sie wieder..... die Sonne. Ein unvergesslicher Sonnenaufgang und plötzlich sah ich das Meer und wunderschöne Strände. Dies motivierte mich so, dass die nächsten Kilometer bis zum Leuchtturm (KM 80) problemlos verliefen. Die Auferstehung von meinem Handy, war für mich sehr wichtig, da ich meinen Lieben zu Hause Bescheid geben konnte, dass es mir gut geht. Zwischen KM 80 und KM 90 wollte mein Körper nicht mehr, doch der Geist war stärker. Ab dem KM 95 war das Adrenalin so hoch, dass ich mir einbildete die nächsten 4 KM zu laufen..... ist mir bis heute ein Rätsel! Beim Ortsschild Bad Doberan war ich unheimlich stolz und glücklich. Das erste Geschäft was ich bewusst wahrnahm, hatte die Aufschrift Beerdigungs-Institut...  ja und plötzlich war er wieder hier mein Körper. Die Anfeuerungsrufe und die lieblichen Scooter-Klänge halfen mir über die Ziellinie! 
DANKE für dieses Erlebnis!

Dein Ostseeweg

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